Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?
"Die Sozialarbeit im Stadtteil umfasst sowohl die persönliche Einzelfallberatung als auch das Organisieren von sozialen Projekten und Veranstaltungen in den Stadtteilen. Menschen suchen meinen Rat, wenn sie Hilfe bei der Existenzsicherung brauchen und sie entsprechende Anträge bei Behörden stellen möchten. Ich helfe auch Menschen, die einen Pflegebedarf haben oder akute Krisen bewältigen müssen. Die meisten Hilfesuchenden kommen zu mir in die Sprechstunde am Hamannplatz in Coerde oder am Berliner Platz. Manchmal mache ich aber auch Hausbesuche oder begleite zu Terminen bei Behörden.
Ich plane sehr gerne auch Veranstaltungen und Projekte in „meinen“ Stadtteilen. Zum Bespiel habe ich zusammen mit Kooperationspartnern eine Smartphone-Sprechstunde für Ältere eingerichtet, es gibt auch Kurse zur Gedächtnisaktivierung und zur mentalen Gesundheit. Ein Spiele-Treff und ein Repair-Café gehören auch dazu.
Wichtig, um sich gut mit den Bürger*innen und mit anderen Fachkräften zu vernetzen, sind die Arbeitskreise „Älter werden in Coerde bzw. Mauritz-West“.
Eine besondere Aufgabe nehme ich im Auftrag der Stadt Münster wahr: Ich mache Besuche zum 75. Geburtstag bei den Menschen in Coerde und Mauritz-West. Das freut mich immer besonders!"
Was gefällt dir besonders gut an deiner Arbeit?
"Ich mag die Vielfältigkeit meiner Arbeit, die es mir ermöglichst so viele verschiedene Lebensrealitäten der Menschen kennenzulernen. Das erweitert meine Sichtweise und den Horizont, was sowohl beruflich als auch persönlich sehr erfüllend ist."
An welche besondere Begegnung in deiner Arbeit erinnerst du dich gerne?
"Ich erinnere mich an eine ältere Dame, die ich zum 75. Geburtstag besuchte. Es ging ihr nicht gut und sie sprach kaum, denn sie hatte leider eine Depression. Ich wusste zunächst nicht so recht, wie ich mit ihr ins Gespräch kommen sollte, doch dann sah ich an der Garderobe eine Hundeleine hängen. Ich fragte sie also, ob sie einen Hund hätte, und das brach tatsächlich das Eis. Sie erzählte mir, dass sie lange einen Hund hatte, der aber vor einiger Zeit gestorben sei. Sie vermisste das Tier sehr und wir überlegten gemeinsam, ob es vielleicht in der Nachbarschaft einen Hund gäbe, mit dem sie ab und zu Gassi gehen könnte. Das brachte etwas in Bewegung und so entwickelte sich etwas später ein Nachbarschaftstreff!"
Was sind Herausforderungen deiner Arbeit und wie gehst du mit ihnen um?
"Klar gibt es in meinem Job auch unangenehme Situationen. Manchmal sind die Menschen enttäuscht, wenn ich ihnen nicht helfen konnte. Wenn ein Antrag abgelehnt wurde oder ein Plan gescheitert ist. Das muss man dann aushalten können. Ebenso wie man bei aller Einfühlsamkeit die eigenen Grenzen wahren muss. Zum Glück kann ich dann auf die gemeinsame Reflexion im DRK-Team oder mit den anderen Sozialarbeiter*innen im Stadtteil vertrauen."